Rionnag - Krieger meiner Seele

A.C.LoClair

Geboren 1974, schreibe ich schon mein ganzes Leben, also solange ich schreiben kann. Gedichte, Slapsticks für Geburtstagsfeiern, Festtags- und Hochzeitszeitungen für Freunde und Anverwandte. Nun wage ich den Schritt in das Autorenleben.

 

 ES IST SOWEIT

 

AM 21.06.2019 geht

 

Rionnag - Krieger meiner Seele

 

auf allen Shops online.

Ich hoffe, von Euch zu hören.


Genre

Das kann ich gar nicht so richtig einordnen. Zuerst mal Urban Fantasy, dann ein bisschen Mystik, dann auch ein bisschen Esoterik. Es gibt Spannung, Action, und wie ich immer so schön sage ;) krach boom schepper kommt auch vor. Aber das Genre ist defintiv Urban Fantasy.

Plot

Ja ich hatte einen Plot. Er umfasste etwa 20 000 -  25 000 Worte, also in etwa die Länge einer Novelle. Nun was soll ich sagen. Meine Protas sind sehr eigenwillig, stur und reden in einer Tour, machen, was sie wollen, kämpfen, sind aufmüpfig, aber liebenswert.  Und sie reden viel, bei 25 000 Worten haben sie mir einen Vogel gezeigt, wir sind noch lange nicht fertig.

Besonderheit

Ich schreibe in zwei Pespektiven. Warum? Das müsst ihr selber herausfinden, aber bisher fanden es Testleser absolut logisch ;). Zum einen gibt es einen Schlaumeier, der alles weiß, zum anderen hört sich die Hauptprotagonistin sehr gern denken und reden. Ich hoffe, die beiden vertragen sich. Wenn nicht, nun ja, dann sollten sie sich mit dem Waffenmeister im Buche unterhalten...


Leseprobe 1

Prolog

 

 

 

"Row menn, pull, pull, pull”, zerschneidet eine eiskalte dumpfe Stimme die Dunkelheit der Nacht.

 

 Der Inhaber der tiefen Stimme sitzt am Heck des Langschiffes und brüllt immer wieder den Befehl:

 

”Pull –row menn - rudert ihr Kerle - zieht!” Die eisige Luft gibt den Männern das Gefühl unmittelbar gefrierender Lungen. Gischt schäumt am Drachenkopf des Bootes hoch, durchnässt die umgehängten mantelähnlichen Decken, die Plaids, der Mannschaft. Ein wabernder Nebel steigt über dem Meer auf, als die Boote gen Südosten gleiten, die schützende Bucht von Inverbreakie verlassend. Sie ziehen vorbei an den steilen Klippen, hin zu den sanften Stränden der nördlichen Ostküste. Die Flussmündung des Nairn ist ihr Ziel.

 

Alle Männer ziehen die Ruder, jeweils mit zwei Händen gepackt, durch die dunklen Gewässer, als gäbe es keinen Widerstand. Langschwerter, Streitäxte und Morgensterne klirren leise in der Mitte der Schiffe vor sich hin, Malte hatte an diesem Morgen volle Bewaffnung aller Kämpfer angeordnet. An diesem Tage gilt es.

 

Das Schiff mit dem Namen Nott, gewidmet der Göttin der Nacht, ist dreißig Meter lang, fünf Meter breit und durchschneidet fast lautlos die See. Hinter ihm folgen zwei weitere voll besetzte Schiffe gleicher Bauart, die Skadi und die Nanna. Das ist ein Anblick, der einem das Blut in den Adern stocken lässt. Jedes dieser Schiffe ist mit fünfzig großen, breitschultrigen Männern, mit Zottelbärten und langen blonden Haaren, besetzt.

 

Immer wieder und wieder klingt das ”pull” durch die Nacht.

 

Malte, Sefjen der Nordmänner, Anführer und Befehlshaber, gibt den Takt vor. Die Schiffe gleiten durch die dunkle aufgewühlte See, die Nebelwand verschluckt jedes Plätschern der Ruder. Kein Geräusch wird ihr Eintreffen ankündigen. Schon so lange unterdrückt er das Verlangen seiner Männer nach den hübschen Weibern der Küste Schottlands. Frauen sind rar in den Nordküstengebieten. An diesem Wintertag soll es soweit sein.

 

In Gedanken hat er bereits diese hübsche Kvinne vor Augen, blond und üppig. Ihm läuft das Wasser im Mund zusammen. Sie wird sein Haus in den Nordlanden zieren. Er wird sie heute als seine Bettgefährtin erobern, dessen ist er sich sicher. Zu oft musste er sich zurückziehen, zu oft verschwand sie in der Vergangenheit aus seinem Blickfeld.

 

Er wird die Kelten entgültig besiegen und die Chance haben, viele Gefährtinnen für die zahlreichen Nordmänner seiner Heimat mitzubringen. Zu oft schon verloren sie Männer und Waffen. Viel zu lange sind sie bereits unterwegs. Unzählige Sommer sind seit ihrer Abreise aus Haugesund vergangen. Die offene See hatten sie überquert, ihre Lager in der Bucht bei Inverbreakie aufgeschlagen, ein Dorf erobert und besetzt. Ihr Ziel jedoch, die Frauen der Küste zu besitzen, war bisher gescheitert.

An diesem besonderen Tag werden sie gewinnen. Es ist der einundzwanzigste Dezember, der Tag der Wintersonnenwende, der höchste keltische Feiertag. Sie tanzen, trinken, und vor allem werden sie unaufmerksam sein. Malte ist sich sicher, er reibt sich die Hände. Eine tödliche Überraschung ... Die keltischen Krieger werden allesamt sterben, dafür würde seine Mannschaft sorgen. Die Kinder und Mütter jedoch, ganz sicher die Mädchen, werden ihre Beute sein ... Unwillkürlich leckt er sich die Lippen ... Durch die Nebelschwaden schimmern die Feuer der Küste schwach mit orangem Schein, es klingen Trommeln und beherztes Lachen an sein Ohr, der Duft von gebratenem Fleisch lässt Malte verheissungsvoll aufatmen. Nicht mehr lange und seine gefährlich klingende Stimme wird unter Aufbietung aller Kräfte Angrep – Angriff befehlen.

Leseprobe 2

Neues Leben erblüht

 

 

 

***

 

 

 

Tief in meinem Geist vernehme ich das Rückwärtszählen Doktor Wallers, bin gespannt und vorfreudig einerseits, ängstlich und aufgewühlt andererseits. Welche Zeit schreiben wir? Was werde ich diesmal erfahren?

 

 

 

Während diese Gedanken mich noch warm und liebevoll durchströmen, ich die Wärme meiner Decke in der Praxis genieße, höre ich ein herzerweichendes Wimmern.

 

 

 

Schreie! Schmerzensschreie!

 

 

 

Ach du meine Güte. Wo bin ich?

 

 

 

Ich sehe mich um und finde mich in einer fremden Hütte wieder, fühle mich leicht schwindelig. Und doch erfasse ich die Situation sofort. Im Raum befinden sich außer mir noch Sven, ein dunkelhaariger großer Krieger mit sanften braunen Augen, der seine Frau Kensi, eine kleine blonde Frau mit blauen Augen und Locken verzweifelt festhält. Daneben sehe ich noch Radha, die mir allem Anschein nach zur Hand geht.

 

Mein Gehirn schaltet sofort auf Effizienz um, ein kleines bisschen noch verwundert, was ich hier mache und vor allem, woher ich weiß, wo ich bin, wer ich bin und wie das alles zusammenhängt – aber das ist jetzt absolut egal. Ich beginne zu analysieren.

 

Ich sehe ein Bett, darauf liegt Kensi, sie wimmert.

 

Ihr Leib ist furchtbar aufgedunsen, Kensi ist schwanger. Das erfasse ich sofort. Und sie ist mitten in der Geburt. Auch das sehe ich sofort.

 

 

 

Doch irgendwas stimmt hier nicht. Warum schreit sie so?

 

 

 

Weshalb ist Sven, ihr Mann, derart unruhig? In dieser Zeit, in diesem Land ist eine leise Geburt für das Kind gewünscht, die Frauen schreien selten, fast nie, beißen immer auf Zweige und verarbeiten ihren Schmerz auf andere Weise.

 

Ein Kind wird, sofern es möglich ist, immer in Ruhe und Liebe auf der Welt willkommen geheißen.

 

Bevor ich noch zu Atem komme, höre ich mich selbst Anweisungssalven in den Raum feuern.

 

„Radha, koch bitte Wasser in einem großen Kessel, lass es über dem Feuer, es muss sprudeln. Bereite bitte den Leinenbeutel mit Kamille vor. Gieße eine Kanne des Tees auf, der auf der Seite steht“, weise ich an und deute auf ein Regal. Kurz rekapituliere ich dessen Inhaltsstoffe in Gedanken: Ein Großteil Weidenrinde und Frauenmantelkraut. Das passt.

 

 

 

„Bring mir dann Tücher, die weißen von der Leine“, brülle ich ihr entgegen. „Schnell. Es geht um Kensis Leben und um das des kleinen Kriegers.“

 

Sven starrt mich an. Die Pupillen klein, die braune Iris unglaublich dunkel vor Angst. Er ist geschockt. Es geht um das Leben? Und woher weiß ich, dass es ein Krieger ist und kein Mädchen? Das alles sehe ich seinen Augen, verschleiert von einzelnen Tränen. Er sagt nichts und doch bittet mich sein flehender Blick, alles zu tun, was in meiner Macht steht. Ich nicke ihm stumm zu.

 

Wärme durchflutet meinen Körper, ich trage nur einen Gedanken im Kopf, ich möchte den kleinen Krieger retten, ich muss einfach.

 

Ach was, keine Zeit für Pessimismus, ich werde den kleinen Krieger retten. Ein komischer Gedanke schießt mir blitzartig in den Kopf! Aaryn wird leben.

 

Ein Name! Woher? Egal. Ich muss handeln!

 

 

 

Rahda hat inzwischen das Wasser kochend auf dem Feuer, die Tücher liegen neben mir, ein Messer brauchen wir noch. Sven erbleicht. Ich bitte ihn, das Messer zu schärfen und die Klinge in das kochende Wasser zu tauchen. Er tut, wie ihm geheißen, nimmt jedoch im Gesicht immer mehr die Farbe der weißen Tücher an. Ich verstehe es, kann aber keine Schwäche dulden, er muss funktionieren. Punkt.

 

Es gibt keine Option. Mein Blick scheint ihm das mehr als deutlich zu vermitteln, denn er strafft seine Schultern und steht wie eine nordische Eiche. Umfallen kann er später, ich werde ihn wieder aufmuntern.

 

Kurz analysiere ich - stinkender Storchschnabel — das bringt jeden wieder auf die Füße, das Zeug kann helfen, mit erlittenen Schockzuständen umzugehen. Er wirkt reinigend und riecht so widerlich, dass es fast Tote aufwecken könnte. Ein kleines Kichern kann ich mir bei dem Gedanken nicht verkneifen. Er sieht mich groß an.

 

Ich nicke kurz. In dem Moment schreit Kensi wieder, sie krampft – eine Wehe jagt die nächste. Sie hat Angst. Keine Zeit für Gedanken, der Krieger muss raus, und zwar schnell. Es ist ihr erstes Kind, ihr Zugang ist noch zu fest, wenn auch schon handbreit offen, das ertaste ich bei einer kurzen Untersuchung. Auch hat das Bedürfnis zu pressen bereits eingesetzt, der Kleine will geboren werden, doch so?

 

 

 

Ich weiß instinktiv, das wird nichts.

 

 

 

Ich taste ihren Leib ab, kann nicht zimperlich sein, drücke hier und dort stärker und plötzlich höre ich Sven kurz aufstöhnen. Er muss mir das Entsetzen, das mich kurz erfasst hat, angesehen haben. Ich nicke ihm zu, schließe meine Augen und atme tief ein.

 

Kensi sieht mich so ängstlich an, mein Herz zieht sich zusammen. Ich muss ihr helfen. Ich muss einfach.

 

Ich beschließe, ehrlich zu sein, Lügen und Halbwahrheiten helfen hier niemandem. Sie müssen die Situation und die Gefährlichkeit begreifen. Der Tod, der Mutter und Kind mit sich nehmen will, sitzt direkt neben mir.

 

„Kensi, Sven, euer Krieger liegt falsch im Bauch. Wenn er mit dem Kopf oder den Füßen vor deinem Ausgang liegen würde, dann Kensi könntest du ihm das Leben schenken. Er liegt aber quer. Der untere Rücken ist vor deinem Ausgang. So geht das nicht. Ihr werdet beide sterben.“