Schottische Sterne -Krieger meiner Seele

A.C.LoClair

Geboren 1974 schreibe ich schon mein ganzes Leben, also solange ich schreiben kann. Gedichte, Slapsticks für Geburtstagsfeiern, Festtags- und Hochzeitszeitungen für Freunde und Anverwandte. Nun wage ich den Schritt in das Autorenleben und bastel an meinem Erstling, der hoffentlich noch dieses Jahr fertig geschrieben sein wird. Dann kann er ins Korrektorat und Lektorat und zu meinem Lieblingsgrafiker wandern und ich kann ihn Euch hoffentlich 2019 präsentieren.

Das Cover, was ihr links sehen könnt, ist das Arbeitscover, das meine liebe Freundin Valerie le Fiery (siehe Guggt mal hier) für mich designt hat. An dieser Stelle 1000 Dank Val.


Genre

Das kann ich gar nicht so richtig einordnen. Zuerst mal Urban Fantasy, dann ein bisschen Mystik, dann auch ein bisschen Esoterik. Es gibt Spannung, Action, und wie ich immer so schön sage ;) krach boom schepper kommt auch vor. Aber das Genre ist defintiv Urban Fantasy.

Plot

Ja ich hatte einen Plot. Er umfasste etwa 20 000 -  25 000 Worte, also in etwa die Länge einer Novelle. Nun was soll ich sagen. Meine Protas sind sehr eigenwillig, stur und reden in einer Tour, machen, was sie wollen, kämpfen, sind aufmüpfig, aber liebenswert.  Und sie reden viel, bei 25 000 Worten haben sie mir einen Vogel gezeigt, wir sind noch lange nicht fertig.

Besonderheit

Ich schreibe in zwei Pespektiven. Warum? Das müsst ihr selber herausfinden, aber bisher fanden es Testleser absolut logisch ;). Zum einen gibt es einen Schlaumeier, der alles weiß, zum anderen hört sich die Hauptprotagonistin sehr gern denken und reden. Ich hoffe, die beiden vertragen sich. Wenn nicht, nun ja, dann sollten sie sich mit dem Waffenmeister im Buche unterhalten...


Leseprobe 1

Die Träume kommen und gehen

 

„Nein, geh nicht ! Lass mich nicht allein!“ hallte es unerträglich laut durch das dunkle Schlafzimmer. Erschrocken riss Kendra die Augen auf, als eine sanfte Hand ihre Wange streichelte. Es war wieder passiert. Kendra schreckte aus dem Schlaf hoch. Schon wieder. Jede Nacht… Erinnern konnte sie sich nie an den Traum, lediglich an große blaue Augen und das unbestimmte Gefühl, nach Hause zu wollen, an einzelne Worte.

 

Anton, ihr Mann, saß neben ihr auf dem Bett, wie immer völlig verstört, wenn Kendra rief oder einfach aufsprang. Er nahm sie in den Arm, fragte tröstend, was geschehen sei. Wie jede Nacht sträubte sich Kendra, die Nähe zuzulassen, sträubte sich gegen die Umarmungen und brauchte lange, um sich zu beruhigen. Wie jede Nacht fehlte ihr der Mut, Anton zu erzählen, welche Aufruhr in ihrem Magen, ihrem Herzen herrschte, denn was waren das für Augen? Von einem so reinen klaren Blau, von solcher Güte und Kraft. So voller Liebe…

 

Am folgenden Morgen schien alles vergessen, die Kinder wurden mit Schulbroten versorgt, zum Schulbus gebracht. Anton wunderte sich darüber, dass Kendra das Geschehene so leicht zu vergessen schien, sich beruhigt hatte. Lediglich ein paar tiefere Augenschatten zeugten von der unruhigen Nacht.

...

Tief in der Nacht, die letzten Gäste hatten sich zur Ruhe begeben, gellte ein fürchterlicher hoher kreischender Schrei durchs Haus.

 

Anton, der noch die Glut des Lagerfeuers bewacht hatte, ließ alles fallen und rannte ins Schlafzimmer. Seine Frau stand vor dem Bett, das Gesicht wachsbleich, die Hände zitterten, die Augen schreckgeweitet und voller Tränen, und doch schien ihr Geist unendlich weit weg. Sie reagierte weder auf Berührungen noch auf Ansprache. Anton war geschockt, Kälte kroch in seinen Nacken. Er rüttelte an ihrem Arm, doch keine Reaktion… Er spürte, sie war nicht wirklich mit ihm hier im Raum, ihre Seele, die Wärme seiner Frau schien unendlich weit weg, wie nicht in dieser Zeit. Es vergingen vermutlich nur Sekunden, die sich für Anton wie Stunden anfühlten, in denen er seine Frau nur ansehen und berühren konnte, aber nicht zu ihr vordrang.

 

Plötzlich ohne jedwede Vorwarnung ließ die Körperspannung nach und Kendra fiel bewusstlos auf den Boden vor dem Bett. Anton war geschockt. Schon im Begriff den Notarzt zu rufen, schlug Kendra die Augen wieder auf. Sie sah ihren Mann mit leeren Augen an, zitterte und schien doch tatsächlich in diese Welt zurück zu driften. Anton nahm sie in den Arm, drückte sie zuerst fest an sich und anschließend aufs Bett und sah ihr in die immer noch schreckgeöffneten Augen, die jedoch deutlich mehr Leben zeigten, als noch vor wenigen Sekunden.

 

Kendra würgte und übergab sich plötzlich auf den Läufer vor dem Bett, schien davon jedoch keine großartige Notiz zu nehmen. Anton bewachte sie mit Argusaugen und bedachte sie mit ständiger leiser Zusprache. Doch sie schüttelte mehrfach den Kopf und knetete ihre Finger.

 

Fast feensanft, leise, wie ein Windhauch in den Weiden, wisperte sie plötzlich völlig unverständliche Worte, die sich nach und nach zu wiederholen schienen, dann jedoch immer etwas lauter wurden, obwohl es weiterhin mit zarter leiser Stimme einem Flüstern glich. Anton verstand und holte sofort den Notizblock von seinem Nachtkästchen und notierte in seiner eigenen Schreibweise die phonetisch fremd klingenden Worte.

 

mo chridhe, gràdh, ionnsaigh, dachaigh, fuar, sùilean gorma, cogadh, fala, ghaisgeach

 

Das letzte Wort wiederholte sie vielfach, sagte immer wieder die Worte ghaisgeach mo chridhe, Gràdh mo bheatha, Gràdh mo bheatha, Ghaisgeach m'anam

 

Leseprobe 2

Wieder bin ich in den Wäldern auf Kräutersuche, es ist mittlerweile Herbst in den Wäldern an der schottischen Ostküste geworden. Die Winde rauschen und ich habe für den Winter vorzusorgen. Die Ernten sind von den Männern eingefahren, die Schafe zusammengetrieben bzw. aus den Highlands in die wärmeren Küstengebiete herabgetrieben. Die Männer sitzen öfter am Feuer, abends, wenn der Wind um die Hütten heult. Heute ist auflandiger Wind, die Gischt schäumt an den Ufern der See. Und ich -  ich bin mal wieder in den küstennahen Wäldern auf Schatzsuche. Kein Gold kein Silber, obwohl, Silberweide, einen größeren Segen gibt es nicht, wenn die Winterkrankheiten zuschlagen. Diese Fieber, die mit Husten und laufenden Nasen einhergehen. Ohhh und das Halsweh erst. Ganz ganz schlimm wird es, wenn die Ohren betroffen sind, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Da hilft nur Silberweide, am besten gleich die Rinde kauen, das senkt das Fieber, nimmt die Schmerzen.  Dafür muss ich unbedingt genug Silberweide und Spitzwegerich, den ich im Frühling gesammelt und getrocknet habe, in der Hütte haben. Auch muss ich morgen dringend mit Ragnar reden. Ich hab doch da ein Bienennest gesehen, ob da noch der wertvolle Honig darin ist? Ich brauche den dringend gegen allerlei Entzündungen. Heiße Schafsmilch mit Honig, das hilft bei Halsweh.  Auch hoffe ich, dass ich genug Quendel (Thymian) gegen den kratzenden Hals und für Tee im Sommer gesammelt habe. Ein Liedchen auf meinen Lippen gehe ich weiter, halte die Augen offen und das Kräuterkörbchen baumelt fröhlich an meinem Arm. So muss das sein, ein herrlicher Herbsttag…

 

Erschreckt sehe ich mich um - in nicht allzu großer Ferne ein Knacken, ein Rascheln, wieder ein Knacken, dann ein Fluchen, ein Schrei. Jetzt ist alles still. Ich sehe mich um, laufe los. Der Schrei  - alle Härchen auf meinen Armen stellen sich hoch, alles in und an mir spannt sich an, da braucht eindeutig jemand Hilfe. Wilde Tiere gibt es in dieser Region wenig, zumindest nichts allzu gefährliches. Bären und Wölfe leben wenn, dann tiefer in den dunkleren Wäldern der Highlands. Genau weiß ich das gar nicht und ich verschwende keinen weiteren Gedanken daran. Ich laufe los, schalte sofort in den Hilfemodus, rufe dabei immer wieder Hallo und horchte dann, ob ich was hören kann. Da ein Stöhnen. Da hat sich jemand weh getan. Ich rufe weiter, wieder ein Stöhnen. Ich komme der Stimme näher und plötzlich sehe ich das Unglück. Dort liegt Gael, die Augen weit aufgerissen, weiß im Gesicht und stöhnt vor Schmerz. Ich laufe direkt zu ihm und sehe mir an, was geschehen ist. Dieser unglückselige Junge, gerade einmal zehn Sommer alt, scheint von seiner Mutter geschickt worden zu sein, Pilze zu sammeln und er ist tatsächlich über eine Baumwurzel gefallen. Sein Fuß steht nicht richtig, ist blau, lila, rot. So kann er nicht laufen. Ich gehe direkt zu ihm, nehme ihn in den Arm, streiche seinen Kopf und gebe ihm umgehend ein Stück Baumrinde der Weide zwischen die Zähne, damit er darauf kaut. Das habe ich immer einstecken, Erfahrung lehrte mich, dass dies niemals schaden könne.

 

Ich sehe mir den Fuß an, ignoriere seinen Schmerzensschrei und stelle fest, er kann die Zehen bewegen, es scheint nichts gebrochen zu sein, na das fehlte ja auch noch vor dem Winter. Ich weiß, Gael ist der älteste von vier Geschwistern und seine Eltern, liebe Menschen, sind auf seine Hilfe beim Holzhacken und auch bei der Beaufsichtigung seiner Geschwister angewiesen. Gael ist ein liebevoller fürsorglicher Junge mit kupferroten Haaren, hellen grünen lieben Augen, die jetzt jedoch voller Tränen stehen und vor Schmerzen ganz trübe werden.

 

„Gael warte, ich helfe Dir“ höre ich mich sagen. „ich muss mir das ansehen, hier kau auf der Rinde, ich bitte Dich, es wird Dir helfen.“  Nachdem ich den Fuß angesehen habe, festgestellt habe, dass höchstwahrscheinlich kein Knochen zu Schaden gekommen ist, suche ich eine große Kiefer, nehme mein Schabemesser, dass ich immer zu Händen habe auf meinen Streifzügen durch die Wälder und schneide ein nicht zu kleines Stück Rinde aus dem Stamm. Diese Rinde binde ich mit dem gelben faserigen Gras, das hier hüfthoch überall rumsteht an den Unterschenkel von Gael zur Stütze. Nun muss ich kurz den Fuß stabilisieren „GAEL, ich möchte, dass Du jetzt die Zähne zusammenbeißt, es wird wehtun.“ Kaum gesagt, lass ich ihm keine Zeit, Angst zu bekommen, greife den Fuß und stelle ihn richtig zum Unterschenkel. Der Junge brüllt auf vor Schmerzen. Nun binde ich einen kleinen Ast an das Fußgelenk und greife mir einen langen herumliegenden Ast zu seiner Stütze und binde diesen auch auf beiden Seiten an den Knöchel. „Gael, Du musst jetzt aufstehen. Ich kann Dich nicht tragen, nur stützen, aber wir müssen zurück ins Dorf. Deine Mutter macht sich sicher schon Sorgen.“

 

Das sind unkorrigierte unlektorierte Leseproben, wer Fehler findet, und es sind sicher welche drin, darf sie gern behalten, er hat sie ja gefunden ;)  UND ja es ist das gleiche Buch *GRINS*