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Ich, du und für immer wir

Lange habe ich überlegt, wie ich meine Empfindungen in Worte fassen kann. Dieses Buch ist anders. Es ist im Tagebuchstil geschrieben, also aus der Sicht eines Protagonisten. Ferdinand, ein junger Deutscher, dessen Vater einen sehr hohen Posten direkt an der Seite des obersten Heerführers inne hat, fühlt sich schon immer anders. Sein Vater scheint das zu spüren und lässt wenig unversucht, einen, wie er sagt, richtigen Mann aus ihm zu machen. Als er zur Wehrmacht gezogen wird, trifft er auf Georg, einen jungen Soldaten aus der Nähe von Potsdam. Die beiden Mönner versuchen gemeinsam, dem harten Alltag im Heer zu trotzen. Der Autor bedient sich einer Sprache, die ich sehr geläufig fand, denn genau so redeten meine Großeltern, die genau dieser Generation angehörten, die hier die zeitliche Grundlage bildet. Das Buch spielt ungefähr in den Jahren 1937 bis 1939, vorwiegend. Mit jeder Zeile, jedem Tagebucheintrag zog mich das Buch mehr in seinen Bann, verhinderte eine gesunde Nachtruhe, denn ich musste wissen, wie es weiter geht. Schwulsein in den 1930iger Jahren in Deutschland, gefährlich, lebensgefährlich. Schaffen es die beiden Männer? Ich musste es wissen und mich traf fast der Schlag, als....

Tränen ließen sich nicht vermeiden, lange hat mich ein Buch nicht mehr so berührt. Der Autor legt eine unterschwellige Emotionalität an den Tag, Gänsehaut pur. Auf dem Titel steht Romance. ja das ist es, und doch auch wiederum nicht. Es ist abenteuerlich und grausam real, es ist romantisch und erschreckend, es ist - wüsste ich nicht um die geschichtliche Korrektheit, die der Autor hervorragend recherchiert hat, grausam und verursachte Schnappatmung. Bei all diesen Punkten kann ich nicht verhindern zu sagen, das Buch hat mich tief, sehr tief berührt, wie schon lange kein Buch mehr. Ich habe direkt die Gerüche eines KZ in der Nase, die man immernoch riechen kann, wenn man ein solches besucht hat, ein Mahnmal einer Geschichte, die sich niemals, unter gar keinen Umständen jemals wiederholen darf.

Doch wollen wir nicht um die geschichtlichen Kennziffern herumreden. Geschockt war ich von der Kraft oder auch dem Mut eines Menschen, wenn es darum geht, seine Liebe des Lebens zu schützen.

Ich denke, das Buch kann und sollte nicht nur einmal gelesen werden, es bedarf eines Rereads, da sicher nicht alle Nuancen beim ersten Lesen erfassbar sind.

Der Autor hat einen für mich wunderbaren Stil, der Lesefluss war angenehm, trotz der Worte, die lange brachliegende Emotionen auslösten.

Ich gebe mit Hingabe 5 Sterne, werde es nochmals lesen und kann nur sagen, ich bin schockiert, entsetzt, überrascht, überzeugt, und ich liebe dieses Buch trotz schlimmer Schreckmomente, die defintiv vom Autor genau so gewollt waren. GÄNSEHAUT PUR! Von mir vollste Leseempfehlung. 5 Sterne

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