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Engel im Sturm

Klappentext:

Luca lebt mit seinen älteren Brüdern auf dem Schrottplatz seiner verstorbenen Eltern. Täglich drangsaliert und ausgenutzt, erlebt er nur bei seinem Job als Poolboy Ruhe und ein Gefühl von Freiheit. Dabei lernt er den Sohn seiner reichen Arbeitgeber näher kennen. Sebastian gibt Luca zum ersten Mal in dessen Leben das Gefühl, begehrenswert zu sein. Luca schwebt auf Wolke sieben, doch das Hochgefühl hält nicht lange an. Um an Geld zu kommen, wollen seine Brüder in die Villa von Sebastians Eltern einbrechen und zwingen Luca, ihnen zu helfen. Als er dahinterkommt, dass die Bande Schlimmeres getan hat, als Wertgegenstände zu entwenden, muss Luca eine schwere Entscheidung treffen...

 

Fazit:

Klingt wie Poolboy liebt reichen Schnösel Kitsch, doch weitgefehlt. Das Wort Crime steht nicht umsonst auf dem Cover. Und bevor jemand wieder komisch tut, es ist Gay Crime und das ist perfekt so.

Die beiden Protagonisten sind wunderbar charakterisiert und die Geschichte viel tiefgündiger als erwartet.  Luca ist ein junger Mann, der immer unterdrückt von seinen Brüdern ein einfaches Leben voll Arbeit und Leid führt. Er wagt nicht zu träumen, da er immer wieder Knüppel in den Weg gelegt bekommt. Seine Brüder führen nach dem Tod der Eltern die Familie wie einen Mafiaclan, in dem Luca das schwächste Glied ist. Doch dann kommt Sebastian, der Sohn seiner Arbeitgeber und bietet den Brüdern eine weitere Angriffsfläche in Lucas Herzen. Doch Luca wächst über sich hinaus. Die Autorin schafft es, einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Leser kaum aus seinem Bann lässt und ihn zwingt, die Psychologie zu hinterfragen. Zu hinterfragen, wie ... ach das lest mal schön selbst. Ich jedenfalls bin begeistert. Was sich allerdings der Verlag bei dem Cover gedacht hat, weiß ich auch nicht. Das passt für mich so fast gar nicht, denn ein Engel taucht definitiv nicht auf. Luca sieht sich schuldig, ohne es zu sein und Sebastian versucht, zu verarbeiten, was passiert ist.  Reicht Liebe aus oder braucht es mehr zur Verarbeitung solcher Traumata? Erschreckend, wie sehr ein Tag das ganze Leben zerstören kann.

Das Ende per se lies mich ein wenig unruhig zurück, gern hätte ich mehr erfahren, aber vielleicht soll es so sein und der Leser soll und kann sich denken, wie die Jungs das Leben meistern werden. Ich jedenfalls fand das Buch sehr gut und kann es ruhigen Gewissens empfehlen. Ich gebe 4 Sterne. Einen ziehe ich ab, weil das Ende ... ich blieb einfach unruhig. Das Cover, für das der Autor, da es über einen Verlag geht, jedoch nichts kann ist so naaaaja. Dafür ziehe ich aber nichts ab. Also von mir volle Leseempfehlung. Es lohnt sich.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Scoti (Samstag, 22 Dezember 2018 00:22)

    Auch damit hast du nun ein weiteres Buch auf meinen Stapel gelegt �