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Nur eine Nacht (aus Neugier) ?

Der ewige Kampf zwischen Liebe in allen Facetten und einer verbohrten, vereinnahmenden Religion, die die Selbstaufgabe der Individuen verlangt. Kann sich Sebastian von seinen eingebläuten Moralvorstellungen einer sektenähnlichen Religionsgemeinschaft im mittleren Westen der USA lösen, um seinen Traum zu leben? Seinen Traum von Liebe, einer Liebe jenseits einer veraltet ausgelegten Bibel, einer Liebe mit Calvin? Kann er seine geistige Programmierung, der er viele Jahre unterlag, überwinden und ohne Ansehen des Geschlechts einfach lieben oder kehrt er reumütig in den Schoss einer Familie zurück, die nicht zögert, ihm den Teufel mit Schlägen, Hunger und Kälte auszutreiben ? Robin Lang nimmt sich eines Themas an, dass sehr sensibel ist und immernoch Samthandschuhe benötigt. Sie beschreibt den inneren Zwiespalt zwischen Kopf und Herz, zwischen Liebe und Lehre. Sie schafft eine Spannung im Buch, die es unmöglich macht, das Buch zur Seite zu legen, und doch verlangt dieses Buch gute Nerven. Wie oft möchte man die Mitglieder der Religionsgemeinschaft ob ihrer Verbohrtheit und Besessenheit von einem Gott, der alle Menschen erschaffen hat, also auch die schwulen, lesbischen, trans, bi, pan und asexuellen Menschen, schütteln und ihnen ihre kranken Moralvorstellungen austreiben. Als dann noch Sebastians Bruder Gabriel eine Facette an sich entdeckt, die keinesfalls tragbar ist in dieser Religionsgemeinschaft, beginnt für Gabriel ein Kampf ums nackte Überleben, den er nur mit Sebastians Hilfe überleben kann. Doch kann Bastian helfen und welche Rolle spielt eigentlich der wundervolle Ort Treebill, der fast schon der Himmel aller sexuell anders orientierten Menschen zu sein scheint? Können Calvins Eltern helfen? Eine großartige Arbeit, eine Geschichte, die eine Menge Sensibilität erfordert, eine große Menge an Datenrecherche. Aber es hat sich gelohnt. Ich liebe alle Treebillbände, aber dieser hier ist der für mich sensibelste und wunderbarste der Reihe. Allerdings muss ich auch unbedingt dazu schreiben, man sollte alle lesen, sonst verpasst man wundervolle Bücher. Volle Leseempfehlung.

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