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Das Labyrinth des Narren

...die mir zu diesem Buch einfallen. Dem Autor gelingt es auf spannende Weise, die selbsterkennende Reise ins Ich zu formulieren. Er deckt tiefenpsychologische Probleme auf, zeigt Baustellen der Seele, die durch Verdrängung entstanden sind und bearbeitet diese in Räumen in einem Labyrinth, auf einer ungewöhnlichen Reise. Das Buch fordert und fördert für mich eine Beschäftigung mit Aspekten des Lebens in einer Tiefe, die ungewöhnlich, beinahe erschreckend ist. Der Autor kennzeichnet diese Schrecksekunden/-minuten und oder Fehlentscheidungen im Leben sehr deutlich mit auftretenden irrealen "Personen" ohne Körperlichkeit oder erschreckend realen blutigen Bildern. Er erwähnt die fremde Haut, in der man manchmal stecken möchte oder in der man sich versteckt. Auf den ersten schnellen "Leser" ist das Buch ein hübscher vielleicht sogar ein ziemlich verworrener und verwirrender Roman mit spannenden Szenen, der mit einem sehr sehr adjektivlastigen beschreibenden Wortstil verfasst dazu auffordert, Bereiche, Kapitel und Szenen mehrfach nachzulesen, zu hinterfragen, zu deuten. Tut man dieses, vielleicht auch mit etwas zeitlichem Abstand zwischen den Kapiteln und denkt drüber nach, dann werden befremdlich anmutende Stellen tiefenpsychologisch sonnenklar, die Auslegung des geschriebenen Wortes nimmt eine andere Wendung an, als im erstem Moment gelesen. Ole verarbeitet seine Probleme und nur er kann sich helfen, niemand anderer kann in sein Ich, seine Seele vordringen, niemand kann sein Labyrinth bearbeiten außer er selbst.
Ich habe das Buch sehr genossen, es regt auf vielfältige Weise zum Nachdenken an, verwirrt, fordert, verlangt Verarbeitung im Geiste und ist dennoch oder besser - grade deshalb - ein gelungenes Buch. Wer seichte Unterhaltung sucht, der ist bei diesem Werk völlig falsch, es ist wertvoll in seiner Message, sehr spannend, aber nicht leicht zu verstehen oder gar zu verdauen. Gerade deshalb bekommt das Buch von mir 4,5 Sterne. Einen halben Stern zieh ich ab, weil die Sprache am Anfang mehr, am Ende weniger, doch sehr oft zuviel drumherum beschreibend ist, der Text dadurch Längen erhält, die er eigentlich gar nicht braucht. Da aber mathematisch aufzurunden ist, fünf Sterne *****

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