Cyberempathy

Bildgewaltig und emotional...

Als ich das Cover dieses Buches das erste Mal gesehen habe, war ich zwiegespalten. Was hat ein Cyborg mit einer Blume zu tun, was hat das Internet, der Cyberspace mit Empathy zu tun. Diese Fragen kommen einem zwangsläufig bei Betrachtung des Covers, das wunderbar leuchtet. Nicht nur durch die gezielten optischen Highlights wird Neugier geweckt. Ich liebe Fantasy, allerdings die klassische Variante mit Feen und Hexen. Computer, Maschinen etc. sind sonst eigentlich nicht mein Genre. Da ich eben keine Feen und Hexen erwarten konnte, nahm ich das Buch eher vorsichtig neugierig zur Hand und dann wars schon passiert. Geflasht, fasziniert, neugierig, angezogen vom Schreibstil konnte ich das Buch kaum weglegen. Der Autor beschreibt derartig imposant und bildgewaltig, das man das Gefühl bekommt für diese Welt, als würde man darin leben.
Sein Hauptprotagonist 1 - Leon - scheint ein normaler Mensch zu sein, der sich wunderbar in die Gesellschaft, die in der vertikalen Stadt Skyscrape herrscht, einfügt, der sein Leben genießt, wie es ist und es nicht hinterfragt. Er hat Freunde, einen besten Freund und eine wunderschöne Freundin. Alles paletti, bis, ja bis in der Programmierung offensichtlich der Wurm drin ist, er die gewohnten Bahnen verlassen muss. Man leidet mit Leon, versteht nicht, warum es so kommt, wo ist die vielgepriesene Gerechtigkeit...
Leon muss sich komplett umstellen, muss lernen unisono Gefühle deuten zu können, ohne das große Ganze. Er muss lernen, Gefühle zu durchschauen, empathisch zu sein, was sehr schwer ist, wenn man es nie gelernt hat, Gesichtsausdrücke zu lesen. Ihm zur Seite stehen Rade, ein fast komplett maschineller Mensch, sowie Lux, eine genetisch veränderte Frau, sowie Skylynn. Die Protas sind so beschrieben, man hat das Gefühl, man wäre gestern mit ihnen Kaffee trinken, kennt sie wie beste Freunde und doch bleiben sie geheimnisvoll. Ihr müsst sie kennenlernen. Lest das Buch.

Die Handlungen und Wandlungen sind nicht vorhersehbar, überraschen, wechseln die Richtung unerwartet, das fördert das Interesse weiterzulesen, treibt den Leser voran.

Was für mich wichtig war/ist, Spannung, ein deutlich erkennbarer roter Faden, ein grundlegend durchgehender Lesefluss, die Storyline muss logisch aufgebaut sein und ich muss fasziniert sein, angezogen werden vom Buch. Tja was soll ich Euch dazu sagen. Volltreffer.

Nur einmal musste ich das Buch aus der Hand legen, als mir früh um vier doch die Augen zuklappten. Ansonsten habe ich nur zwei Tage gebraucht trotz der ordentlichen Länge des Buches, denn es war einfach in allen oben genannten Punkten großartig.
Es war anders, aber anders großartig, der Blick über meinen eigenen Tellerrand hat sich gelohnt. Dieses Buch bekommt von mir volle 5 Sterne und eine 100% ige Leseempfehlung. Traut Euch, EF von Hainwald schreibt bildgewaltig, emotional, detailgetreu, einfach lesenswert...
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